Was ist ein Hebeleffekt?

Der Hebeleffekt ist ein finanzwirtschaftlicher Begriff. Er tritt auf bei den Hebelzertifikaten, also den so genannten strukturierten Finanzprodukten, die auch als Derivate bezeichnet werden.

Die Hebelwirkung ist auch als „Leverage-Effekt“ bekannt. Da dieser Begriff auch bezüglich der Finanzierungskosten von Fremdkapital Anwendung findet soll darauf hingewiesen werden, dass es vorliegend um die Hebelwirkung bei Derivaten geht.

Das Grundprinzip der Hebelwirkung besteht darin, dass im eigentlichen Sinn mit einem Fremdkapitalanteil gearbeitet, respektive gehandelt wird. Hierbei erbringt der Trader einen (kleinen) Teil der Investition, den anderen der Broker bzw. die Bank. Typisch ist, dass mit einem relativ geringen Mitteleinsatz hohe Gewinne, aber natürlich auch Verluste erzielt werden können. Der Hebeleffekt ist stets in Bezug auf das Verhältnis des real gehandeltes Wertes eines konkreten Produktes zum eingesetzten Kapital zu sehen.

Nimmt man ein Beispiel aus dem CFD-Handel. Unterstellt, man möchte vom Unternehmen X 10.000 Aktien kaufen und zwar an der Frankfurter Böse. Der aktuelle Kurs zum Zeitpunkt des Kaufs liegt bei 10 Euro/Aktie. Das bedeutet: 10.000 x 10 = 100.000 Euro.

Nun dasselbe Beispiel, aber im CFD-Handel. Es wird davon ausgegangen, das ein Margin-Satz von 10 Prozent des Handelswertes benötigt wird. Daraus ergäbt sich folgende Rechnung: 10.000 x 10 x 10 %. Das ergibt 10.000 Euro, die für die gleiche Marktpräsenz aufgebracht werden müssten.
Dieser hier beispielhaft dargestellte Effekt zeigt, dass man für das Handeln mit Produkten, die eine Hebelwirkung haben nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Handelswertes aufbringen muss, um eine Position zu eröffnen. Die Höhe der Margin (der Betrag, der zum Kauf auf dem Depotkonto zur Verfügung stehen muss) ist unterschiedlich. Das können 5 Prozent, ja sogar nur 1 Prozent des Basiswertes sein.

Auch im Devisenhandel (Forex-Handel) ist der Handel mit hohen Hebelwirkungen ebenfalls sehr ausgeprägt. So kann der Trader z. B. 100.000 Einheiten (das können Euro, USD etc. sein) bewegen, wenn er als Margin 1000 Einheiten investiert. Hier würde ein Hebelverhältnis von 1 : 100 vorliegen. Das ist beim Devisenhandel keinesfalls ungewöhnlich und kann auch über 1 : 200 und größer sein. Das ist verlockend. Aber gerade für Anfänger gefährlich, weil das Hebelverhältnis auch im Fall des Verlustes wirkt.

Auf Grund der mit den Hebelwirkungen verbundenen hohen Verlustrisiken, bieten viele Broker die Möglichkeit an, ein Stopp-Loss zu setzen. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass damit ein „Risikolimit“ gesetzt werden kann. Wird der dafür eingegebene Wert erreicht, fliegt man raus.

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