Sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise

Sechs Jahre nach dem Höhepunkt der FinanzkriseSeit der Finanzkrise sind nahezu sechs Jahre vergangen. Und wie damals werden auch heute noch gewaltige Milliardensummen in die Banken investiert. Die Hilfen aus dem Bankenrettungsfonds haben sich nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung auf etwa 17,1 Milliarden summiert. Seit einem Jahr ist die Zahl unverändert. Beim mittlerweile verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat der Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin mit 9,8 Milliarden Euro den Löwenanteil im Feuer. Die Commerzbank steht mit 5,1 Mrd. Euro auf der Liste, Portigon als WestLB Nachfolgerin mit 2 Mrd. Euro und der Immobilienfinanzierer Aareal Bank mit 300 Mio. Euro.

Garantien wurden vollständig zurückgegeben

Der Soffin hat in der Spitze über 29 Mrd. Euro Kapitalhilfen an Banken ausgegeben. Zudem hat der mit Steuergeldern gefüllte Fonds noch 192 Mrd. Euro an Garantien gewährt. Die Garantien sind vorerst abgehakt, denn die Branche hat die restlichen 3,7 Mrd. Euro vergangenes Jahr komplett zurückgegeben. Der Soffin kam 2013 auf einen Gewinn von 23 Millionen Euro, nach 580 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Garantien für Banken in Schieflage haben die Kassen des Fonds mit Milliarden aufgefüllt. Der Soffin wurde im Oktober 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, gegründet und hat dadurch insgesamt 2,15 Mrd. Euro eingenommen.

Bankenrettung weiterhin riskant

Die Bankenrettung bleibt aber insgesamt riskant, denn seit der Gründung hat der Soffin einen kumulierten Verlust von etwa 21,5 Mrd. Euro angehäuft. In den Anfangsjahren mussten hohe Verluste verbucht werden, wie beispielsweise aus den Kursverlusten aus den gekauften Aktien. Die Bankenretter haben im vergangenen Jahr von den steigenden Aktienkursen profitiert, denn der Bund ist über den Soffin mit rund 17 Prozent der größte Einzelaktionär der Commerzbank. Der Bund ist aber trotz der jüngsten Kurserholung noch weit entfernt von dem Preis mit dem der 2009 bei der Nummer zwei in Deutschland eingestiegen ist.

Einsatz des Soffin bis Ende 2015 verlängert

Die deutschen Steuerzahler müssen sich noch gedulden, denn es wird bis zur Endabrechnung noch eine Weile dauern. Anfang dieses Monats hat die Bundesregierung ein Gesetzespaket beschlossen, in dem auch die Verlängerung des Einsatzes der Soffin bis Ende 2015 festgelegt wurde. Bereits zum dritten Mal wurde damit die Frist verlängert und die Banken können weiterhin Anträge an den Soffin richten. Der Fonds sollte ursprünglich schon Ende 2010 stillgelegt werden. Nun soll die Zeit bis zum Start des europäischen Abwicklungsfonds Anfang 2016 damit überbrückt werden.

Bildquelle: © Kurt F. Domnik / pixelio.de

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